CHINA AI2X BRIEFING

How AI is reshaping China’s Industries


Aus der Redaktion

Dies ist die Woche, in der Chinas Autohersteller Geely mit Investitionen von Mercedes-Benz zum größten Robotikhersteller der Erde werden will.

Es ist die Woche, in der China Künstliche Intelligenz in Kernreaktoren einsetzt, die wiederum seine Rechenzentren mit Strom versorgen.

Und es ist die Woche des Mega-IPOs in Hongkong, bei dem das Biotech-Unternehmen Insilico 294 Millionen US-Dollar für seine KI-Plattform einsammelt.

Eine weitere Woche also, in der Chinas Industrie durch KI ein Stück weit neu definiert wird. Nicht mehr und nicht weniger.

KI + Mobilität

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Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz werden Autos zu Robotern auf Rädern, sagt Geely

Der chinesische Autobauer rückt die neue KI-Tochter AFARI, an der sich Mercedes-Benz beteiligt hat, ins Zentrum seiner Strategie „KI + Fahrzeug + Roboter“

Die Konvergenz von künstlicher Intelligenz und Auto hat bei dem chinesischen Autobauer Geely eine umfassende Umstrukturierung angestossen

Mehrere Geschäftseinheiten rund um das intelligente Fahren, die zuvor über die weit verzweigte Geely Holding Group verteilt waren, sind unter einem Dach zusammengeführt worden.

Sie sind nun Teil der neuen Tochtergesellschaft AFARI (Qianli Intelligent Driving) mit Sitz in Chongqing, berichtete das Nachrichtenportal IT Home am 27. Dezember.

Nur wenige Tage zuvor, am 24. Dezember, hatte Mercedes-Benz eine größere Investition in AFARI bekannt gegeben. Der deutsche Premiumhersteller zahlte über seine „Mercedes-Benz (Shanghai) Digital Technology Co. 1,34 Milliarden Yuan (191 Millionen US-Dollar), um einen dreiprozentigen Anteil an AFARI zu erwerben.

Die neue Marke, bei der das Wort „far“ zwischen die Buchstaben A und I gestellt worden ist, soll als zentrale Plattform des Geely-Konzerns für intelligente Fahrtechnologien, Robotik und andere Formen verkörperter KI dienen. Mercedes-Benz will bei künftigen Entwicklungen kooperieren.

Bei dieser konzernweiten Umstrukturierung wurde ein Team von nahezu 3.000 Ingenieuren zusammen gezogen, die zuvor bei Zeekr, dem inzwischen aufgelösten Unternehmen Yixing Robotics sowie in weiteren Geely-Tochtergesellschaften tätig waren.

Das neue Team hat den Auftrag erhalten, „grundlegende Technologien für Geelys neues Ökosystem KI + Fahrzeug - Roboter zu entwickeln“, sagte ein Sprecher von AFARI.

Warum ist das wichtig?

Der Autohersteller Geely hofft, seine KI-gestützten Technologien für das autonome Fahren „zweitverwenden“ zu können, um zusätzlich zu einem der größten Robotik-Hersteller Chinas zu werden.

Mehr Details, wie eine von verkörperter KI inspirierte Vision einen der größten chinesischen Autobauer verändert, finden Sie hier. ➤➤➤Mehr lesen.

Geely hat das Potenzial, sich von einem Automobilhersteller zum größten Robotik-Unternehmen Chinas und sogar der Welt zu entwickeln.

Li Chuanhai, Vizepräsident der Geely Auto Group

KI + Industrie

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Chinas Nichteisenmetall-Industrie skaliert Künstliche Intelligenz mit Kun’an 2.0

Chinalco und der Branchenverband erweitern ihr sektorales Großmodell von 18 auf 52 Szenarien entlang Bergbau, Verhüttung, Werkstoff-F&E und Lieferketten

CCTV Documentary: Data + AI: A New Journey for Aluminum Industry. Source: CCTV

Ein für die chinesische Nichteisenmetall-Industrie entwickeltes Großmodell ist aktualisiert und mit 52 vertikalen Anwendungsszenarien veröffentlicht worden. Das „Kun’an 2.0 Large Model“ wurde am 26. Dezember 2025 bei einer Auftaktveranstaltung in Peking vorgestellt.

Chinas führender Aluminiumproduzent Chinalco und der chinesische Branchenverband für Nichteisenmetalle hatten die erste Version bereits ein Jahr zuvor gemeinsam eingeführt und sie als „erstes universell einsetzbares Large-Language-Modell der Nichteisenmetallindustrie“ bezeichnet.

Die Zahl der Anwendungsszenarien wurde nun von 18 auf 52 erweitert, berichtete die China Metallurgical News.

Der beschriebene Einsatz der KI deckt ein breites Spektrum von Prozessen ab. Er reicht von Werkstoff-Forschung und -Entwicklung über Exploration und Bergbau, etwa mit Modellen zur präzisen Lagerstättenerkennung, bis hin zur Aluminiumverhüttung, weiteren Produktionsprozessen und dem Lieferkettenmanagement.

Warum ist das wichtig?

Die Initiative verdeutlicht, wie schnell Chinalco und andere Akteure in China Künstliche Intelligenz mithilfe vertikaler Industrie-Großmodelle in realen Produktions-Umgebungen einsetzen.

Die Bemühungen des Branchenverbands, diese Anwendungsfälle der gesamten Industrie zugänglich zu machen, verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit. ➤➤➤Mehr lesen.

KI + Elektronik

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GPU-KI-Supercluster sind Chinas Antwort auf den „Chip War“ der USA

Der erste KI-Supercluster mit 10.000 GPUs wurde vom Supercomputerhersteller Sugon vorgestellt

Sugon debuts scaleX, China's first physical 10,000-accelerator AI supercluster. Source: Sugon

Der erste in China entwickelte, einsatzfähige KI-Supercluster mit 10.000 GPUs ist gerade von Sugon präsentiert worden, einem Hersteller von Supercomputern in Peking. Als Infrastruktur für Künstliche Intelligenz konkurriert die Hardware mit vergleichbaren Produkten von Nvidia und Huawei, berichten chinesische Fachmedien.

Der Supercluster mit dem Namen scaleX ist für komplexe Anwendungen wie Modelle mit Billionen von Parametern sowie KI-gestützte Wissenschaft ausgelegt, sagte ein Unternehmenssprecher bei der Produkteinführung am 18. Dezember 2025 in Kunshan in der ostchinesischen Provinz Jiangsu.

Warum ist das wichtig?

Während US-Exportbeschränkungen chinesischen KI-Unternehmen die leistungsfähigsten Chips von Nvidia vorenthalten, verfolgen heimische Hersteller eine alternative Strategie. Sie vernetzen Tausende lokal produzierter Chips über Hochgeschwindigkeits-Links miteinander und erreichen so eine vergleichbare Systemleistung. ➤➤➤Mehr lesen.

KI + Healthcare

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KI in der Medikamentenforschung: Chinas nächster Technologiesprung

Investoren setzen auf Insilico, während China eine offene KI-Plattform für die Wirkstoff-Forschung startet

Die Medikamentenforschung mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ist in China in eine Phase beschleunigten Wachstums eingetreten.

Ein Beleg dafür ist der bislang größte Biotech-IPO des Jahres an der Hongkonger Börse, bei dem das KI-Biopharmaunternehmen Insilico Medicine 294 Millionen US-Dollar eingesammelt hat. Aus Peking kommt gleichzeitig die Nachricht über ein neue KI-Plattform für die Wirkstoff-Forschung, die von der chinesischen Regierung und der Gates Foundation unterstützt wird.

Insilico Medicine Lists on Hong Kong Stock Exchange on Dec. 30, 2025. Photo: Insilico Medicine

Die Aktien des biopharmazeutischen Unternehmens Insilico Medicine, das eine proprietäre KI-Plattform für seine Wirkstoff-Pipeline nutzt, legten am ersten Handelstag um 25 Prozent zu, berichtet Pandaily. Das Unternehmen war anschliessend mit mehr als 2,4 Milliarden US-Dollar bewertet.

Rund zwei Wochen vor diesem viel beachteten Börsengang in Hongkong ist in Peking die Wirkstoff-Forschungsplattform „AI Kongming“ vorgestellt worden. Betreiber ist das Global Health Drug Discovery Institute (GHDDI).

Obwohl GHDDI formal als gemeinnützige Organisation bezeichnet wird , erfreut sich das Institut starker Unterstützung der chinesischen Regierung. Zugleich erhält es Förderung durch die Gates Foundation. Es lädt internationale akademische Einrichtungen, Pharmaunternehmen und weitere Partner zur Mitarbeit ein.

Die offene Plattform deckt die gesamte frühe Phase der Medikamentenforschung ab – von der Analyse der Zielstruktur über KI-gestützte Molekülgenerierung und Wirkstoff-Design bis hin zur Optimierung der Wirkstoff-Tauglichkeit, berichtete Tai Meiti (TMT Post).

Ziel der Plattform sei es, „dringende globale medizinische Versorgungslücken zu adressieren, die vom Markt vernachlässigt werden“, etwa fürTuberkulose, Malaria und virale Erkrankungen, sagte Institutsdirektor Ding Sheng gegenüber chinesischen Medien.

Warum ist das wichtig?

China entwickelt sich zu einem bevorzugten Standort für KI-gestützte Wirkstoff-Forschung. Kapital und institutionelle Unterstützung wachsen, während klinische Studien oft schneller umgesetzt werden können als in vielen anderen Märkten. ➤➤➤Mehr lesen.

KI + Energie

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Wenn das Atom auf den Algorithmus trifft

China setzt künstliche Intelligenz in Kernreaktoren ein, die wiederum die Rechenzentren des Landes mit Strom versorgen

China treibt die Integration von künstlicher Intelligenz und Kernenergie mit hohem Tempo voran. Liu Jing, Vizevorsitzender der China Atomic Energy Authority, bestätigte dieses industriepolitische Ziel Anfang Dezember in einer Grundsatzrede auf dem ersten internationalen Symposium zu diesem Thema, das von der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) in Wien ausgerichtet wurde.

Peking fördere „die umfassende und tiefgehende Integration von KI entlang der gesamten nuklearen Industriekette“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua Liu aus seiner Rede.

Sowohl in der praktischen Umsetzung vor Ort in China als auch in offiziellen Regierungsdokumenten zeichnet sich derzeit eine wechselseitige, symbiotische Beziehung zwischen den beiden Technologien ab. Zum einen werden Algorithmen und große KI-Modelle in Kernkraftwerken eingesetzt, etwa in Kombination mit digitalen Zwillingen, um Unfallszenarien zu simulieren oder die Instandhaltung zu optimieren.

Zum anderen wächst die Erkenntnis, dass die Kernenergie mit ihrem stabilen, kontinuierlichen Leistungsprofil besonders geeignet ist, Chinas Rechenzentren mit Strom zu versorgen, vor allem durch neue Typen kleiner modularer Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR), die in China entwickelt worden sind und nun kurz vor der Inbetriebnahme stehen.

Warum ist das wichtig?

Diese Integration liegt an der Schnittstelle zweier globaler Megatrends: dem Kampf gegen den Klimawandel mit emissionsarmen Energiequellen und der weltweiten Verbreitung der künstlichen Intelligenz. In unserem aktuellen Schwerpunkt „KI + Energie“ untersuchen wir, wie China auf beiden Feldern vorankommt, wie KI bereits zur nuklearen Sicherheit eingesetzt wird und welche kleinen Reaktoren künftig Chinas Rechenzentren versorgen sollen: ➤➤➤Mehr lesen.

Wir haben eine große Chance, sicherzustellen, dass unsere digitale Zukunft mit sauberer Energie betrieben wird. Hier kommen kleine modulare Reaktoren besonders ins Spiel.

Rafael Mariano Grossi erhalten, dem Generaldirektor der IAEA

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