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CHINA AI2X BRIEFING

How AI is reshaping China’s Industries


KI in Chinas Industrie:

Aus der Redaktion

Wenn der Gründer eines äußerst erfolgreichen Robotikherstellers sagt, seine Humanoiden seien noch Jahre von einem Durchbruch entfernt, ist das interessant.

Wang Xingxing, der Gründer von Unitree Robotics, hatte gerade zugesehen, wie der Aktienkurs seiner Firma beim Börsengang in Shanghai um 460 Prozent explodierte. Nur einen Tag später stieg er auf eine Bühne und ließ ganz allein die Luft aus dem Hype-Ballon.

Der „ChatGPT-Moment“ der humanoiden Roboter sei noch zwei bis drei Jahre entfernt, sagte er. Das sei das optimistische Szenario. Es könne auch fünf bis zehn Jahre dauern, bis zweibeinige Roboter allgemein nützlich sind.

Wang erklärte das mit vielen Details. Der Engpass ist derzeit die mangelnde Generalisierungsfähigkeit heutiger Roboter. Sie erledigen kurze, sich wiederholende Aufgaben fast perfekt. Verschiebt man das Objekt, ändert sich das Licht oder dauert der Job ein paar Minuten länger, brechen die Erfolgsquoten ein.

Der Deep Dive dieser Woche beschäftigt sich mit Robotern, die tanzen und boxen können, sich aber an der Werkbank eher noch schwertun. Wir untersuchen, wo die Maschinen menschlichen Arbeitern bereits ebenbürtig sind, wo sie noch stolpern und welche Unternehmen Milliarden auf diesen neuen Markt wetten.

Außerdem geht es in dieser Woche um die ersten humanoiden Roboter, die an CNC-Maschinen trainieren, um Drohnen, auf denen man herumfliegen kann, um chinesische Open-Source-KI, die fast so gut ist wie Modelle von Anthropic und OpenAI, nur viel billiger, und um das Unternehmen mit dem schnellsten Umsatzwachstum, das die Gesundheits-KI je gesehen hat.

Henrik Bork
Gründer und Redaktionsleiter
China AI2X Briefing

Fokus der Woche

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Ein Geldregen für die physische KI in China

Die junge Robotiktochter des Autobauers XPeng profitiert von dem Vertrauen in die Zukunft humanoider Roboter. Die Erzrivalen Alibaba und Tencent investierten Seite an Seite.

Xpeng showcased its IRON humanoid robot at Hannover Messe 2026. Photo: Henrik Bork

Die Robotik-Sparte des E-Autobauers XPeng hat in ihrer ersten Finanzierungsrunde mehr als 900 Millionen US-Dollar eingesammelt. Es war die größte private Einzelfinanzierung, die der chinesische Sektor der verkörperten Intelligenz bisher gesehen hat.

Die Namen der Geldgeber ließen ebenso aufhorchen wie die Summe. Alibaba und Tencent beteiligten sich hier gleichzeitig, also in der derselben Finanzierungsrunde einer Firma. Das ist eine Seltenheit in der Geschichte der beiden stark rivalisierenden Internet-Konzerne. Sie wittern aber offensichtlich die gleiche Chance.

Dieser enorme Geldregen wird aller Voraussicht nach Folgen für die Kommerzialisierung der Robotik haben. XPeng will bis zum Ende dieses Jahres mit der Serienproduktion seines humanoiden Roboters IRON beginnen. 2027 sollen dann Auslieferungen in nennenswertem Volumen in China und Übersee folgen. Damit liefert sich XPeng nun ein Wettrennen mit Tesla.

Warum ist das wichtig?

Skeptiker debattieren immer noch, ob humanoide Roboter überhaupt jemals eine große Rolle in Fabriken oder Haushalten spielen werden. Kapital in diesem Umfang für einen Hersteller, zum Teil von strategischen Investoren mit konkreten Einsatzszenarien in Handel und Logistik, macht ihre Kommerzialisierung aber deutlich wahrscheinlicher. Dieser Vertrauensbeweis für XPeng ist ein wichtiges Signal für die ganze Branche.

Die Finanzierungsrunde bestätigt den Trend der Konvergenz zwischen der Auto- und Robotikindustrie. Die Sensoren, Chips und KI-Modelle aus der Entwicklung des autonomen Fahrens sind dieselben, die Roboter brauchen. Für internationale Automobilhersteller und ihre Zulieferer liegt hier eine große Chance.

Warum die beiden Industrien zusammenwachsen und was XPeng mit dem vielen Geld vorhat, ist im „Fokus der Woche“ dieser Woche beschrieben:

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Nachrichten

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Luftfahrt + KI: Chinas neues „Luft-Skateboard“

Urban, the world's first standing-posture manned flying vehicle. Photo: CoolFly

Es sieht aus, als habe sich jemand auf eine Drohne gestellt und sei damit abgehoben. Der Flugzeugbauer CoolFly aus Hangzhou bezeichnet sein neues Produkt Urban als das weltweit erste „bemannte Fluggerät im Stehen“.

Die Firma hat auch ein eigenes Flugsteuerungssystem entwickelt, das sie NA80 nennt, berichtete das chinesische Tech-Portal Kuai Keji am 14. August 2026.

Der Pilot steht oder sitzt auf einer flachen, blütenförmigen Plattform, die einen Durchmesser von rund 3,5 Metern hat. Nutzer dürfen höchstens 1,9 Meter groß und 90 Kilogramm schwer sein.

„Der Pilot bewegt sich vorwärts oder rückwärts, indem er einfach einen Steuerknüppel antippt“, sagte Li Wei, der Geschäftsführer von CoolFly. Gestartet werde ganz einfach per Knopfdruck.

Der sich leicht und oft verlagernde Schwerpunkt ist das größte technische Problem bei dieser neuen Art zu fliegen. CoolFly antwortet darauf eigenen Angaben zufolge mit einem KI-gestützten System zur Schwerpunktermittlung. Sensoren registrieren jede Gewichtsverlagerung von Pilot und Maschine.

Der Hersteller hat bereits einen Versicherungspartner gefunden. Die Niederlassung der China Pacific Insurance in Shenzhen hat dafür eine Police für bemannte Stehflugzeuge im Angebot.

CoolFly will eigenen Angaben zufolge noch in diesem Jahr die Serienfertigung ins Auge fassen. Die ersten Zielkunden sind Unternehmen aus der Tourismusbranche, zum Beispiel Landschaftsparks und Flugcamps. Die Firma will ihre Fluggeräte auch im Ausland vermarkten, dort an Privatkäufer.

Warum ist das wichtig?

Ob Pendler in China diese „Luft-Skateboards“ irgendwann zur Arbeit fliegen dürfen, ist derzeit noch offen. Immerhin kann ein solches Fluggerät jetzt aber versichert, verkauft und an bestimmten Orten legal geflogen werden.

Wenn jetzt die Infrastruktur aus Händlernetzen und Versicherungspolicen entsteht, dürfte das die Kommerzialisierung der Fluggeräte in China beschleunigen.

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Fertigung + KI: Humanoide arbeiten an CNC-Maschinen

Das Joint Venture Creativity (Changzhou) Robotics trainiert Roboter in Werkstätten mit CNC-Maschinen. Es handelt sich um Humanoide vom Typ AgiBot G2. Sie haben zwei Arme, bewegen sich aber auf Rädern. Sie sollen jetzt in echten Produktionsumgebungen dazulernen.

Kürzlich habe in seinen mit CNC-Maschinen ausgerüsteten Werkstätten eine Pilot- und Validierungsphase für das „weltweit erste Modell verkörperter Intelligenz für Werkzeugmaschinen“ begonnen, berichtete das Nachrichtenportal der Provinz Jiangsu, Zhongguo Jiangsu Wang, am 19. August 2026.

Werkzeugmaschinen sind ein schwieriger Arbeitsplatz für Roboter. Um eine CNC-Maschine be- und entladen zu können, muss ein Roboter jedes Werkstück äußerst präzise platzieren. Er muss dabei eng mit Spannvorrichtungen zusammenarbeiten und sich in Echtzeit mit dem Bearbeitungszyklus der Maschinen koordinieren.

Warum ist das wichtig?

Die Bedienung von Werkzeugmaschinen hat sich bis jetzt der vollständigen Automatisierung widersetzt, weil Werkstücke, Spannvorrichtungen und Zyklen von Auftrag zu Auftrag variieren. Creativity (Changzhou) Robotics will mit diesem Pilotversuch beweisen, dass Modelle der verkörperten Intelligenz auch mit dieser Vielfalt umgehen können.

Elektronik + KI: Open-source-KI als Konkurrenz zu Anthropic und OpenAI

Auf den KI-Marktplätzen OpenRouter und OpenCode erregte Ende August ein anonymes Modell namens Ox Alpha viel Aufsehen. Obwohl anfangs niemand wusste, wer sein Hersteller war, verzeichnete es einen Rekord von 50 Billionen Token an kumuliertem Traffic.

Nach sechs Tagen, am 26. August 2026, erklärte das in Peking ansässige Unternehmen Zhipu AI, es handele sich um sein neues Modell GLM-5.3-Flash, berichtete das chinesische Finanzportal Huaerjie Jianwen am 27. August 2026 .

Zhipu hat die Gewichte des Modells veröffentlicht. Das chinesische KI-Unternehmen bietet die Nutzung des Modells für 0,15 US-Dollar (rund 0,13 Euro) pro Million Input-Token und 0,50 US-Dollar (rund 0,43 Euro) pro Million Output-Token an. Damit ist es ungefähr so günstig wie DeepSeek.

Warum ist das wichtig?

Sollten sich die Angaben über die ausschließliche Verwendung chinesischer Halbleiter bestätigen, so wäre erstmals ein populäres KI-Modell im großen Maßstab ohne amerikanische Hardware ausgekommen.

Gesundheit + KI: Medizinische KI als Profitquelle

iFlytek Healthcare, oft als erstes börsennotiertes Unternehmen für medizinische Sprachmodelle in China bezeichnet, hat für das erste Halbjahr 2026 ein sehr gesundes Umsatzwachstum bekannt gegeben. Der Umsatz wuchs um 49,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 446 Millionen Yuan, rund 57 Millionen Euro. Das sei ein neuer Fünf-Jahres-Rekord, berichtete das chinesische Branchenportal Weike Wang (Ofweek) am 28. August 2026 (auf Chinesisch). Auch die Bruttomarge sei auf beachtliche 52,9 Prozent gestiegen, hieß es.

Sein KI-gestütztes Diagnosesystem deckt inzwischen mehr als 77.000 Einrichtungen der medizinischen Grundversorgung in der Volksrepublik ab. Das Unternehmen soll einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent halten.
Die National Healthcare Security Administration erlaubte den Krankenversicherungen Anfang des Jahres, für KI-gestützte Diagnosen zu zahlen. In diesem Ausmaß sei dies weltweit ein Novum, berichtete das Finanzportal Gelonghui am 21. August 2026.

Warum ist das wichtig?

Nachdem China sein nationales Krankenversicherungssystem als Kostenträger für KI-Produkte freigegeben hat, sind die jüngsten Zahlen von iFlytek Healthcare sind der erste Beleg dafür, dass auf diese Weise nennenswerte Umsätze für Dienstleister möglich sind.

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Zitat der Woche

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Ich hoffe das dies, in einem optimistischen Szenario, in zwei bis drei Jahren passieren wird. In einem langsameren Szenario könnte es auch noch fünf oder sogar zehn Jahre dauern.

Wang Xingxing, Gründer, Unitree Robotics, über den „ChatGPT-Moment“ der Humanoiden. August 20, 2026

Zahlen der Woche

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6,78 Billionen Yuan

Chinas Datenbranche verzeichnete für das Jahr 2025 ein deutliches Plus von 15,7 Prozent im Vorjahresvergleich und erreichte ein Volumen von 6,78 Billionen Yuan (ca. 850 Milliarden Euro).

Quelle: 21 Shiji Jingji Baodao (21st Century Business Herald)

9 Prozent

Aus dem Börsenprospekt von Unitree Robotics geht hervor, dass in den ersten Quartalen 2025 lediglich neun Prozent seines Umsatzes mit humanoiden Robotern auf industrielle Einsätze zurückgehen. Die Bereiche Forschung und Lehre machten hingegen 73,6 Prozent aus.

Quelle: Jingji Guancha Bao (The Economic Observer), Counterpoint

2,45 Millionen PFLOPS

Chinas gesamte Infrastruktur für KI-Rechenleistung erreichte bis Ende Juli 2026 eine Kapazität von 2,45 Millionen PFLOPS (FP16), gab die Nationale Datenbehörde in Peking bekannt.

Quelle: Nationale Datenbehörde, IT Zhijia (IT Home)

Policy- und Regulierungsupdate

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KI + Mobilität: Wenn das Auto selbst fährt, wer zahlt dann für Unfälle?

Wer ist verantwortlich, wenn ein Auto eine rote Ampel überfährt und niemand am Steuer sitzt? Der Gesetzgeber in China beschäftigt sich gerade mit dieser Frage. Autohersteller oder Importeure sollen künftig haften, sobald autonome Fahrfunktionen auch wirklich eingeschaltet sind.

Der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses berät über eine Neufassung des Gesetzes für die Sicherheit im Straßenverkehr. Zum ersten Mal soll darin ein eigenes Kapitel über autonome Fahrzeuge und Fahrsysteme vorkommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am 25. August 2026.

Genau in dem Moment, in dem ein Fahrer das System einschaltet, wechselt die Haftung zu den Verkäufern dieses Systems. War das System ausgeschaltet, gelten weiterhin die bestehenden Regeln.
Der Entwurf nennt neben den Herstellern bewusst auch die Importeure. Damit haften auch Firmen, die Autos mit automatisierten Fahrfunktionen nach China liefern, ohne dort zu produzieren.

Worum geht es

Irgendjemand muss die Verantwortung tragen, auch wenn das Auto oder der Lkw autonom fährt. Chinas Gesetzgeber will, dass es die OEMs oder Importeure sind. Für die hat das den Vorteil, dass sie autonome Modelle künftig unter einer einzigen landesweiten Regel auf den Markt bringen können.

KI + Elektronik: Pekings Chip-Distrikt setzt auf KI in der Chipfertigung

Chinas erste eigenständige AI4Chip-Politik ist in der Beijing E-Town veröffentlicht worden. Die Hightech-Entwicklungszone am Rande der chinesischen Hauptstadt hat nun einen Aktionsplan für den Einsatz künstlicher Intelligenz, mit der die örtliche Halbleiterindustrie einen Boost bekommen soll.
Der Plan trage den Namen „20 AI4Chip-Maßnahmen, heißt es in einer Mitteilung der Pekinger Stadtregierung vom 28. August 2026.

AI4Chip bedeutet, dass KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Halbleiter eingesetzt werden soll, vom Chipdesign über die Fertigung bis zu Packaging, Test, Anlagen und Materialien.

Mehr als 400 Halbleiterunternehmen sind in der Beijing E-Town angesiedelt. Dazu zählen die Chipfoundry SMIC, der Anlagenbauer Naura Technology und ChangXin Integrated Circuit.

Worum geht es

Für europäische Hersteller lohnt sich das Beobachten dieser chinesischen Experimente. Der Plan fördert unter anderem den Einsatz von Edge-KI. Wer die Daten dieser Branche sammelt und modelliert, erwirbt wichtiges Know-how.

KI + Fertigungsindustrie: Guangzhou plant Gesetz zur KI-Förderung

Guangzhou plant, seine KI-Politik in einem Gesetz zu verankern. Der Ständige Ausschuss des Volkskongresses der Stadt hat einen überarbeiteten Entwurf der „Vorschriften von Guangzhou zur Förderung der Entwicklung künstlicher Intelligenz“ zur öffentlichen Kommentierung veröffentlicht, berichtete das Nachrichtenportal Dayang Wang aus Guangzhou am 17. August 2026.

Damit hätte die Stadtregierung künftig die gesetzliche Pflicht, künstliche Intelligenz so gut wie möglich zu fördern. Einmal im Jahr soll ein Expertenausschuss mit chinesischen und ausländischen Mitgliedern tagen, der die Stadt in Sachen KI berät.

Die Stadtregierung hat mehr Rechenleistung und den Umgang mit Daten als entscheidende Bereichte identifiziert. Man plant daher eine einheitliche Plattform, die Rechenleistung in der gesamten Provinz Guangdong koordiniert.

Worum geht es

Ein solches Gesetz überdauert jeden Bürgermeisterwechsel. Für ausländische Unternehmen in der Greater Bay Area ist interessant, dass der Expertenausschuss auch internationale Mitglieder aufnimmt.

KI + Energie: China bietet KI-Kooperation entlang der „neuen Seidenstraße“ an

Chinas Nationale Energiebehörde hat innerhalb des Kooperationsnetzwerks der „Belt and Road Energy Partnership“ eine Arbeitsgruppe „KI + Energie“ eingerichtet, heißt es in einer Mitteilung auf der Website der Behörde vom 24. August 2026.

Themen sind etwa eine Optimierung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen und ein besserer Netzbetrieb.

Ein entscheidender Punkt der Kooperation sind Standards. Die Gruppe will gemeinsame Standards für digitale Energie, technische Zertifizierung, die Bewertung von Green Computing und die Governance von Energiedaten ausarbeiten.

Worum geht es

Eine Arbeitsgruppe, die Spezifikationen für Green Computing und Energiedaten schreibt, hat Einfluss auf künftige Ausschreibungen von Versorgern. Das ist unmittelbar wettbewerbsrelevant für Siemens Energy, SMA Solar oder europäische Zulieferer von Netzkomponenten.

Deep Dive

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Die humanoiden Roboter sind noch nicht ganz soweit

Es dauere noch ein paar Jahre bis zum „ChatGPT-Moment“ der Humanoiden, sagt ausgerechnet der Unitree-Gründer Wang Xingxing

Es war eine auffallend nüchterne Bemerkung über humanoide Roboter, und sie kam von einem frischgebackenen Milliardär. Seine Firma Unitree Robotics hatte gerade ein furioses Börsendebüt hingelegt. Die Aktie schoss am ersten Handelstag in Shanghai um 460 Prozent nach oben.

Nur einen Tag später gab Wang Xingxing eine Rede auf World Robot Conference in Peking. Er stellte die überzogenen Erwartungen an die Zweibeiner in Frage, die manche einen „Hype“ nennen. Humanoide Roboter, sagte der Unitree-Gründer, seien momentan noch weniger effizient als menschliche Arbeiter. Sie müssten für jeden Job mühsam trainiert werden.

Der „ChatGPT-Moment“ der Humanoiden, also der wirkliche Durchbruch seiner Branche, komme frühestens in zwei bis drei Jahren, sagte er. Es könne aber auch bis zu zehn Jahre dauern. Die Unitree-Aktie, die gerade erst ein spektakuläres Börsendebüt hingelegt hatte, fiel noch am selben Tag deutlich.

Es war ein sehr nüchternes Urteil ausgerechnet von dem Mann, dessen tanzende und boxende Maschinen weltweit Aufmerksamkeit erregt hatten. Und es deckt sich mit dem, was Chinas Ingenieure aus den Fabrikhallen berichten. Kurze, repetetive Handgriffe beherrschen die Roboter mittlerweise fast so gut wie der Mensch. Sie versagen aber oft, wenn die Aufgaben komplexer werden.

Warum das wichtig ist

Über humanoide Roboter gibt es momentan zwei widersprüchliche Meinungen. Die einen sagen, sie ersetzten binnen weniger Jahre sämtliche Fabrikarbeiter. Die anderen sagen, sie seien nur Spielzeuge, die auf Messen tanzen. Beide Versionen sind falsch. Eine präzisere Momentaufnahme ist aber wichtig, weil gerade teure Entscheidungen über Automatisierung, Lieferketten und den Wettbewerb mit China getroffen werden müssen.

Der Unitree-Gründer hat uns einen Anhalt für eine objektive Bestandsaufnahme geliefert. Wo Humanoide schon mit menschlichen Arbeitern mithalten können, warum ihre Erfolgsraten in ungewohnten Situationen einbrechen und was passieren muss, bis sie ihren „ChatGPT-Moment“ erleben, ist das Thema unseres Deep Dive:

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