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Published on Oct. 21, 2026
➤ KI + Automobil: XPeng will künftig auch sein KI-Wissen exportieren

Photo: XPENG
Auf dem Pariser Automobilgipfel am 15. Oktober 2026 hat XPeng mit „XPENG AI Engineering“ einen neuen Geschäftsbereich vorgestellt. Damit öffnet der chinesische Elektroautohersteller seine selbst entwickelten Technologien für intelligente Mobilität für Automobilhersteller und Partner weltweit, berichtete das chinesische Autoportal Gasgoo.
Das Angebot hat drei Ebenen. Partner können komplette Fahrzeugplattformen einschließlich der Fahrzeugstruktur sowie elektrischer und elektronischer Architekturen auf Basis von 10-Gigabit-Ethernet lizenzieren. Alternativ können sie einzelne Komponenten übernehmen. Angeboten wird das KI-Fahrsystem Turing auf Basis des VLA-Modells der zweiten Generation, der Turing-KI-Chip, eine KI-Recheneinheit namens AI BOX, die ein MoE-Modell mit 30 Milliarden Parametern ausführen kann, sowie eine 8C-Batterie, die sich innerhalb von acht Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen lässt.
Die dritte Ebene bilden Entwicklungswerkzeuge für Kalibrierung, End-of-Line-Prüfungen und KI-gestützte Fehlerdiagnose. Laut XPeng verkürzen sie die Prüfzeit um 41 Minuten pro Fahrzeug und senken die jährlichen Kosten elektrischer Prüfungen in der Produktion um 95 Prozent.
He verwies auf die Zusammenarbeit mit Volkswagen als Beleg dafür, dass dieses Geschäftsmodell funktioniert. Zugleich stellte er ehrgeizige Pläne vor. Das assistierte Fahrsystem NGP von XPeng hat in Europa seinen ersten groß angelegten öffentlichen Test begonnen. Ab 2027 soll es auch Kunden zur Verfügung stehen. Der humanoide Roboter IRON soll Ende 2026 in Serienproduktion gehen. Die neue Strategie deutet auf einen grundlegenden Wandel hin. Unter dem Druck des heimischen Wettbewerbs beginnen chinesische Elektroautohersteller, nicht mehr nur Fahrzeuge, sondern auch ihre KI-Technologien international zu vermarkten.
➤ KI + Elektronik: Speicherchiphersteller CXMT investiert in XHEART und stärkt dessen Wettbewerbsposition
Der weniger als drei Jahre alte Chipentwickler XHEART (新芯航途), der sich auf physische KI spezialisiert hat, hat eine Finanzierungsrunde mit einer interessanten Konstellation von Investoren abgeschlossen.
Die Renault-Gruppe beteiligte sich erstmals, Chery stockte seine Beteiligung auf und der chinesische Speicherchiphersteller CXMT stieg ebenfalls ein. Für CXMT ist eine Investition in einen Automobilchipentwickler ungewöhnlich, berichtete STAR Market Daily (auf Chinesisch).
XHEART soll insgesamt rund fünf Milliarden Yuan (rund 668 Millionen Euro) an Kapital eingeworben haben. Zu den Investoren zählen auch der staatliche National AI Industry Investment Fund sowie zwei Anlagegesellschaften des Nationalen Sozialversicherungsfonds.
Das Unternehmen wird von Li Jun geleitet, dem früheren Leiter der Chipentwicklung beim Spezialisten für automatisiertes Fahren Momenta. Sein wichtigstes Produkt ist der X7, ein Chip für assistiertes Fahren im Stadtverkehr auf dem Niveau L2++ sowie für automatisiertes Fahren der Stufen L3 und L4.
Der Chip kam erstmals im ID.ERA 9X von SAIC Volkswagen zum Einsatz und wird inzwischen auch in Fahrzeugen von MG, Roewe, Cadillac und Chery verbaut.
Die strategische Bedeutung dieser Finanzierungsrunde liegt vor allem im Einstieg von CXMT. Die Preise für Speicherchips sind in diesem Jahr stark gestiegen. Ihre Verfügbarkeit entscheidet inzwischen mit darüber, wer überhaupt Aufträge für Fahrzeugchips erhält.
Qualcomm habe einen Auftrag von Leapmotor unter anderem deshalb gewonnen, weil sich das Unternehmen durch eine frühere Vereinbarung mit Micron günstigere Speicherchips gesichert hatte, wurde ein Insider in dem Bericht zitiert. CXMT produziert bereits LPDDR5X-Speicher in Automobilqualität in Serie. Die Partnerschaft könnte XHEART nun ähnliche Vorteile bei Preisen und Versorgungssicherheit verschaffen.
➤ KI + Energie: KI-Stromhändler von CHN Energy übertrifft menschliche Händler in zweimonatigem Versuch
Der staatliche chinesische Energiekonzern CHN Energy gab am 15. Oktober 2026 bekannt, dass seine Stromvertriebsgesellschaft gemeinsam mit dem Forschungsinstitut „National Institute of Clean-and-Low-Carbon Energy“ eine KI-gestützte Plattform für den Stromhandel entwickelt hat, berichtete die konzerneigene Zeitung Guojia Nengyuan Jituan Bao (auf Chinesisch).
Das System modelliert die Strommärkte einschließlich ihrer Handelsregeln mithilfe datenbasierter künstlicher Intelligenz. Es deckt den gesamten Handelsprozess ab, von Preisprognosen und der Entwicklung von Handelsstrategien über die Abgabe von Geboten bis zur nachträglichen Auswertung der Geschäfte. Dabei soll die KI menschliche Händler unterstützen, statt eigenständig zu handeln.
Die Plattform wurde zwei Monate lang bei den Tochtergesellschaften von CHN Energy in Guangdong und Shaanxi unter zwei typischen Bedingungen des Stromspothandels getestet.
Die Prognosen der Strompreise an einzelnen Netzknoten waren um drei bis sechs Prozent genauer als bei gängigen Verfahren. Im Stromvertrieb konnte die KI unter Berücksichtigung von Ausgleichszahlungen für Mengenabweichungen an 59,5 Prozent aller Handelstage Strom günstiger einkaufen als menschliche Händler.
Bei der Stromerzeugung aus Kohle erzielte die KI-Strategie unter Einrechnung von Betriebs- und Anfahrvergütungen einen kumulierten Ertrag, der 39 Prozent über dem des von Menschen erstellten Handelsplans lag.
Der Zeitpunkt ist bedeutsam. Während China im Rahmen des 15.
Fünfjahresplans von 2026 bis 2030 einen einheitlichen nationalen Strommarkt aufbaut, gewinnt der kurzfristige Stromhandel immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig werden die Handelsregeln komplexer und die Preisschwankungen größer. Für Stromerzeuger entwickelt sich der KI-gestützte Handel damit zunehmend von einem Versuchsfeld zu einem „Must Have“.
➤ KI + Fertigung: Black Lake bringt entscheidungsfähige KI in Chinas kleine Fabriken

Source: Black Lake Technologies
Auf der diesjährigen China International Industry Fair (CIIF) in Shanghai präsentierte Black Lake Technologies neue KI-Lösungen zur Unterstützung betrieblicher Entscheidungen. Das Angebot ziele unter anderem auf kleinere und mittlere Fertigungsbetriebe. Diese seien bereit, KI einzusetzen und dafür zu bezahlen, solange die Technologie konkrete Probleme in der Produktion löse, sagte Mitgründer Xiao Zhe gegenüber der Wirtschaftszeitung 21st Century Business Herald (auf Chinesisch).
Black Lake bietet dafür mehr als zehn spezialisierte industrielle KI-Agenten an. Sie unterstützen eine umfassende Palette von Betriebsprozess von der technischen Arbeitsvorbereitung und Angebotserstellung, über die Produktionsplanung bis hin zur Lagerverwaltung.
Es handelt sich also um alltägliche Aufgaben, für die kleinere Fabriken häufig wenig Personal einsetzen können. Der KI-Agent für die technische Arbeitsvorbereitung kann beispielsweise technische Zeichnungen und Fertigungsanforderungen innerhalb von etwa einer Minute mit einer Genauigkeit von 95 Prozent analysieren. Anschließend prüfen Ingenieure die Ergebnisse und nehmen gegebenenfalls Anpassungen vor. Xiao betonte, dass ein industrieller KI-Agent im Gegensatz zu allgemeinen KI-Anwendungen die betrieblichen Regeln, verfügbaren Ressourcen und den aktuellen Produktionszustand einer Fabrik verstehen müsse. Wichtige Produktionsentscheidungen müssten weiterhin von Menschen freigegeben werden.
