CHINA AI2X BRIEFING

How AI is reshaping China’s Industries


Nachrichten

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Published on Feb. 06, 2026

StepFun sammelt 700 Millionen US-Dollar ein

StepFun unveiled its compact open-source foundation model Step 3.5 Flash on February 2.

Die jüngste Finanzierungsrunde von StepFun hat nicht nur einen Rekord unter den „sechs Tigern“ der chinesischen Start-ups für große KI-Modelle aufgestellt. Die enorme Bewertung gilt auch als Bestätigung der „KI plus Endgerät“-Strategie des in Shanghai ansässigen Unternehmens, das Elon Musks Ansatz des „xAI plus Tesla“ emuliert.

Ein beeindruckendes Line-up staatlicher Investmentfonds, darunter der Shanghai SDIC Leading Fund und Pudong Venture Capital, sowie industrieller Investoren wie Huaqin Technology und Tencent Holdings hatten sich bereit erklärt, StepFun mehr als 5 Milliarden RMB (rund 600 Millionen Euro) zu zahlen, berichtete das Nachrichtenportal China Star Market (auf Chinesisch).

Schätzungen beziffern die neue Bewertung des Unicorns, die nicht veröffentlicht wurde, auf mehrere Milliarden Euro. Unter den „sechs Tigern“ dieser Gruppe in China gehört StepFun nun zu einer Elitegruppe von vier Unternehmen, die über ausreichend Kapital verfügen, um sowohl die Entwicklung von KI-Modellen als auch deren Monetarisierung voranzutreiben. Die drei anderen in diesem Club sind Zhipu AI, MiniMax und Moonshot.

StepFun ist 2023 von Jiang Daxin gegründet worden, einem ehemaligen Vizepräsidenten von Microsoft. Er verfolgt eine deutlich andere Strategie als die anderen chinesische KI-Start-ups, die versuchen, OpenAI oder Anthropic zu kopieren.

„StepFun ist eher Chinas xAI plus Tesla“, zitierte das chinesische Tech-Portal 36Kr einen Manager des Unternehmens.

Der neu ernannte Vorsitzende von StepFun, Yin Qi, soll die Geschäftslogik von Elon Musk im Kreise seiner Mitarbeiter wiederholt gelobt haben. Large-Model-Unternehmen wie xAI erschließen die Grenzen der künstlichen Intelligenz und streben nach AGI, während „Terminal Enterprises“ wie Tesla dabei helfen, in der realen Welt Daten zu sammeln und einen Weg zum Geldverdienen bieten.

Kurz gesagt: Große und vertikale KI-Modelle, monetarisiert durch Anwendungen in der Autoindustrie. Genau wie Elon Musk sein Tesla aufgebaut hat, so entwickelt StepFun nun vertikale Modelle für Qianli Technology, eine von Chinas führendem Autohersteller Geely unterstützte KI-Plattform.

Qianli Technology in Chongqing erhielt kürzlich den englischen Namen Afari, nachdem der Geely-Konzern das Unternehmen zur zentralen Tochtergesellschaft für alle KI-Projekte der Konzerngruppe bestimmt hatte.

Yin Qi ist nun Vorsitzender sowohl von Afari, wo er die „KI plus Fahrzeug“-Strategie der Geely-Gruppe verantwortet, als auch von StepFun. Er ist auch der Mitgründer und ehemalige CEO von Megvii, einem der ersten Computer-Vision-Start-ups in China.

Geely-Gründer Li Shufu hat Yin Qi öffentlich mehrmals gelobt. Er sei auf der Suche nach „brillanten Köpfen“ gewesen, als er auf Yin Qi stieß und dann entschied. sämtliche Hoffnungen seiner Geely-Gruppe auf eine von KI getragene Zukunft auf ihn und Afari zu setzen.

„Ich wünschte, ich hätte ihn eher getroffen“, soll der Milliardär und Geely-Gründer über Yin Qi gesagt haben.

StepFun und Afari haben bereits das erste Smart-Cockpit mit agentischem OS der chinesischen Autoindustrie entwickelt, das mit einem End-to-End-Sprachmodell ausgestattet ist. Das Shanghaier Start-up kooperiert auch mit dem führenden chinesischen Smartphone-Hersteller Oppo und weiteren Unternehmen.

Die von StepFun verfolgte Strategie lässt sich als Entwicklung multimodaler Modelle mit B2B-Monetarisierung durch Hardware-Integrationen beschreiben.

Im Kern handelt es sich um eine große Wette auf die Industrialisierung von KI in China. Die Investoren der jüngsten Mega-Finanzierungsrunde hat das offensichtlich überzeugt.

Industrieroboter mit KI und Muskelkraft

Die meisten Industrieroboter sind derzeit noch programmiert und eignen sich vorwiegend für klar definierte, wiederholbare Aufgaben. Intelligente Roboter mit verkörperter KI wiederum sind oft vergleichsweise schwach.

Das Startup Galbot aus Peking will dies nun mit seinem neuen Modell Galbot S1 ändern, berichtet das chinesische Finanzportal aastocks.com.

Der Industrieroboter gehört zur Kategorie der „zweiarmigen mobilen Manipulatoren". Sein Oberkörper ähnelt einem Humanoiden, während der untere Teil aus einem robusten Metallgestell besteht.

Mit einer kontinuierlichen Traglast von 50 kg im Zweiarm-Betrieb ist er für eine signifikante Nutzlast ausgelegt. Außerdem arbeitet er autonom.

Warum ist das wichtig?

Unter Marktbeobachtern macht sich allmählich eine gewisse Ermüdung breit, was all die tanzenden Humanoiden angeht, während die Industrieroboter noch immer auf künstliche Intelligenz warten.

Der Galbot S1 ermöglicht es, verkörperte KI an die Produktionslinien zu bringen. Erste Modelle sind bereits in einer Batteriefabrik von CATL im Einsatz.

Sprachmodell belegt medizinische Diagnosen mit Quellen

Baichuan Intelligent Technology, ein Startup mit Sitz in Peking, hat mit „Baichuan-M3 Plus" ein neues medizinisches Sprachmodell vorgestellt.

Das Unternehmen, das im Jahr 2024 in einer Finanzierungsrunde umgerechnet 586 Millionen Euro erhalten hat, gibt an, dass diese „Plus-Version" verlässlicher als sein Vorgängermodell M3 sei, berichtet TMTPOST (auf Chinesisch).

Die Halluzinationsrate soll von 3,5 Prozent beim Vorgängermodell M3 auf 2,6 Prozent gesunken sein. Damit soll sie angeblich unter der von OpenEvidence und über 30 Prozent unter der von GPT-5.2 liegen.

Zusätzlich führt das neue medizinische Sprachmodell ein „Evidence Anchoring" ein. Jede KI-generierte medizinische Schlussfolgerung wird dabei mit einer entsprechenden Passage in einer medizinischen Fachpublikation belegt.

Warum ist das wichtig?

Die medizinische KI ist ein Bereich, in dem die Angst vor Halluzinationen besonders groß ist, da Fehler auf Grundlage falscher oder erfundener Aussagen die Gesundheit oder sogar das Leben von Patienten gefährden können.

Ärzte und Krankenhäuser werden KI-Werkzeuge wohl erst dann flächendeckend einsetzen, wenn diese genauer und transparenter werden.

Moonshot fordert die KI-Giganten heraus

Moonshot AI, ein weiteres chinesisches Startup für große KI-Modelle, hat eine aktualisierte Version seines multimodalen Flaggschiff-Modells Kimi veröffentlicht.

Das Open-Source-Modell heisst Kimi K2.5, wurde mit 15 Billionen gemischten Text- und Bildtokens trainiert und kann Text, Bilder und Videos verarbeiten sowie agentische Arbeitsabläufe mit mehreren parallel arbeitenden Agenten ausführen, also einem „Agentenschwarm”.

Erste Tests sollen angeblich zeigen, dass Kimi K2.5 beim Programmieren GPT-5.2 und Gemini 3 Pro bei einigen Benchmarks schlägt, etwa beim „SWE Bench Multilingual".

Im Umgang mit Agenten soll es bei einzelnen Benchmarks sogar die neuesten Modelle Claude Opus 4.5 und GPT-5.2 übertreffen, berichtet Caixin.

Warum ist das wichtig?

Analog zur weltweiten Faszination für agentische KI ist unter chinesischen KI-Unternehmen ein Wettlauf entbrannt. Sie wollen Agenten für alles von Programmierung über Texterstellung bis hin zur Videoproduktion auf den Markt bringen. Moonshot AI wird unter anderem von Alibaba unterstützt, das rund 36 Prozent der Anteile hält.

Alibaba präsentiert Chinas bislang größtes KI-Modell

Mit Qwen3-Max-Thinking hat Alibaba Cloud am 26. Januar 2026 sein neues Topangebot unter den Reasoning-Modellen veröffentlicht.


Chinesische Medien bezeichnen es als das Basismodell, das internationalen Spitzenmodellen derzeit am nächsten kommt, etwa Kuaikeji (auf Chinesisch).


Chinesische Fachmedien berichten, dass es in 19 Benchmark-Tests Spitzenwerte erzielt hat, darunter in den Bereichen komplexes Schlussfolgern, Faktenwissen und Agentenfähigkeiten. Die Gesamtleistung soll mit GPT-5.2, Claude Opus 4.5 und Gemini 3 Pro vergleichbar sein.


Mit mehr als einer Billion Parametern, 36 Billionen Pretraining-Tokens und einem Kontextfenster von 262.000 Tokens bezeichnet Alibaba es als „Chinas stärkstes KI-Modell".


Es führt zudem zwei Innovationen ein: einen selbstständigen Aufruf von Suchmaschinen und eine dynamische Erweiterung von Rechenressourcen während der Inferenz.

Warum ist das wichtig?

Sollten sich die angekündigten Benchmark-Rekorde bestätigen, würde dieser „Ferrari" unter Chinas großen Modellen neuen Wettbewerbsdruck auf US-Rivalen wie Anthropic, Google und OpenAI erzeugen.

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